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Energetische Sanierung

Die energetische Sanierung eines Hauses bringt viele Fragen mit sich. Hier finden Sie eine Übersicht, welche energetischen Maßnahmen Sie vornehmen können, um Ihr Haus energetisch zu sanieren.

Ein Haus mit Fassade und Gerüst zur Sanierung davor
Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026

Das Wichtigste in Kürze

Bedeutung

Eine energetische Sanierung beschreibt bauliche Maßnahmen, die Wärmeverluste deutlich senken und den Energieverbrauch reduzieren

Wichtige Maßnahmen

Dämmung, neue Fenster, Heizungserneuerung und Solarthermie – es muss aber nicht alles auf einmal gemacht werden

Was ist wichtig?

Eine gute Planung mit Energieberater, die richtige Reihenfolge der Maßnahmen und das rechtzeitige Benatragen von Fördermitteln

Was ist eine energetische Sanierung?

Unter der energetischen Sanierung eines Hauses versteht man bauliche Veränderungen, die den Wärmeverlust im Eigenheim erheblich reduzieren, den Energieverbrauch des gesamten Gebäudes senken, Wärmebrücken und Zugluft verhindern und damit die Umwelt schonen und den Wohnkomfort verbessern. Ob Sie Einzelmaßnahmen vornehmen oder Schritt für Schritt das ganze Haus energetisch sanieren, können Sie selbst entscheiden, je nachdem wie groß Ihr Budget ist und welche gesetzlichen Vorgaben Sie berücksichtigen müssen.

Was am Haus kann ich energetisch sanieren?

Am Haus gibt es viele Bauteile, die sich energetisch sanieren und optimieren lassen. Die Maßnahmen sind je nach Bauteil unterschiedlich aufwändig und erzielen unterschiedliche Wirkungen. Sie müssen nicht alle Maßnahmen auf einmal durchführen. Schon mit den schnelleren und günstigeren Maßnahmen können Sie großartige Effekte erzielen und Energie einsparen.

Haus mit Skala für die Energetische Sanierung

Fenster und Türen

energetische Sanierung mit Fenster und Tueren

Die Fenster und Türen auszutauschen gehört zu den empfohlenen Maßnahmen bei einer energetischen Sanierung, denn über die Fenster können bis zu 20% der Raumwärme verloren gehen.

Es gibt durch das Gebäudeenergiegesetz gesetzliche Vorgaben für Verglasungen und Fensterrahmen von neuen Fenstern. Mit modernen Fenstern mit einer hochwertigen Verglasung können Sie die vorgegeben Werte erreichen. Achten Sie beim Kauf neuer Fenster auf den U-Wert. Dieser Wert gibt an, wie viel Energie durch das Fensterelement verloren geht.

Moderne Fenster und Türen sind in allen Komponenten auf Energieeffizienz und Wärmedämmung ausgelegt, sodass sie die Wärme zuverlässig im Wohnraum halten. Mit zusätzlichen Außenrollläden können Sie verhindern, dass sich die Räume im Sommer zu sehr aufheizen.

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Außenwand

energetische Sanierung mit Hilfe der Fassadendaemmung

Die Außenwand ist die größter Oberfläche des Hauses, entsprechend viel Wärme kann verloren gehen. Mit einer Fassadendämmung können Sie bis zu 35% Ihrer Energiesparkosten einsparen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Fassadendämmung mit unterschiedlichen Materialien.

Die Dämmung der Außenwand hält im Winter die Wärme im Innenraum und verhindert im Sommer das Aufheizen der Innenräume durch die Sonneneinstrahlung. Die Wände können auch von innen gedämmt werden, aber in der Regel wird die Dämmung auf der Außenseite aufgebracht.

Heizung

energetische Sanierung mit einer neuen Heizung

Veraltete Heizungen arbeiten häufig ineffizient und nutzen fossile Energieträger, wodurch viel Energie verloren geht und das Klima belastet wird. Mit einer modernen neuen Heizungsanlage können Sie diese Energieverluste reduzieren und das Klima schonen.

Moderne Heizungsmöglichkeiten sind beispielsweise Wärmepumpen, die äußerst klimafreundlich sind. Sie werden mit Strom betrieben und nutzen die Wärme aus der Außenluft oder dem Erdboden.

Biomassekessel ermöglichen eine Wärmeerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Holzpellets oder Scheitholz).

Besonders klimafreundlich und energiesparend sind auch Heizungsanlagen, die mit Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung kombiniert werden.

Photovoltaik-Anlage

energetische Sanierung mit einer Photovoltaik Anlage

Die beliebteste Variante einer Photovoltaikanlage ist der Einbau auf dem Dach. Die Anlage wandelt Sonnenenergie in Strom um, wodurch Sie klimafreundlich Ihren eigenen Strom produzieren.

Mit einem Stromspeicher kann tagsüber erzeugter Strom auch nachts genutzt werden. Wenn mehr Strom produziert als verbraucht wird, haben Sie die Möglichkeit, diesen überschüssigen Strom ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen.

Eine weitere Möglichkeit zur energetischen Sanierung ist der Einbau einer Solarthermie-Anlage, die sich für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung nutzen lässt.

Dach

energetische Sanierung mit einer Dachdaemmung

Wärme steigt nach oben. Um zu verhindern, dass zu viel Wärme durch das Dach oder die oberste Geschossdecke verloren geht, können Sie das Dach bzw. die oberste Geschossdecke dämmen.

Die Geschossdecke zu dämmen ist die günstigere Variante, aber nur empfehlenswert, wenn das Dachgeschoss nicht bewohnt wird.

Bei der Dachdämmung wird zwischen Satteldach und Flachdach unterschieden. Beim Satteldach wird die Dämmung zwischen, auf oder unter die Tragkonstruktion aufgebracht, während sie beim Flachdach auf die Tragkonstruktion montiert wird.

Keller

energetische Sanierung mit einer Kellerdeckendaemmung

Um zu verhindern, dass Kälte von unten ins Haus dringt, kann die Kellerdecke gedämmt werden. Die Dämmung wird entweder in Form von Dämmplatten von unten an die Kellerdecke angebracht oder von oben als Dämmschicht unter dem Bodenbelag, was allerdings aufwändiger ist.

Die Dämmung der Kellerdecke von unten kann jedoch dazu führen, dass der Kelle zu niedrig wird, dann ist die Dämmung von oben zu empfehlen.

Sollte Ihr Keller feucht sein, dürfen Sie den Keller erst dämmen, sobald die Feuchtigkeit behoben ist!

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Was muss ich beachten?

Die einzelnen Maßnahmen einer energetischen Sanierung solltensorgfältig geplant werden. Ziehen Sie einen Energieberater zu Rate. Dieser Energieberater hilft Ihnen dabei, einen individuell Sanierungsfahrplan zu erstellen und die sinnvolle Reihenfolge der energetischen Maßnahmen festzulegen.

Die richtige Reihenfolge der Maßnahmen ist wichtig. Neue, moderne Fenster mit Dreifachverglasung sollten nicht in eine ungedämmte Fassade eingebaut werden, da es sonst zu Schimmelbildung an der Wand kommen kann.

Wenn Sie Ihre Maßnahmen durch staatliche Kredite und Zuschüsse finanzieren möchten, müssen Sie diese Anträge stellen, bevor Sie die Baumaßnahmen durchführen.

Wer Förderungsmöglichkeiten beantragen möchte, muss die Maßnahmen fachgerecht durchführen (lassen). Nur auf diese Weise kann die tatsächliche Energieeinsparung gewährleistet werden. Bei Letwork finden Sie lokale Fachpartner aus Ihrer Region, die Sie gern bei Ihrem Sanierungsvorhaben unterstützen.

mit einen Energieberater richtig energetisch Sanieren

So gehen Sie vor

1. Analysieren Sie den Gebäudezustand

Erstellen Sie sich eine Übersicht, welche Maßnahmen an Ihrem Gebäude notwendig sind. Dazu gehören Fragen wie:

  • Wie dicht und energieeffizient sind die Fenster?
  • Wie alt ist die Heizungsanlage?
  • Wie hoch ist der Jahresverbrauch an Heizöl bzw. Erdgas?
  • Wie viel Wärme geht über das Dach verloren?
  • Ist die Kellerdecke gedämmt?
Wie gehe ich bei einer energetischen Sanierung vor

2. Prüfen, welche gesetzlichen Verpflichtungen Sie erfüllen müssen

Wer ein Haus kauft oder erbt, unterliegt bestimmten Sanierungspflichten. Dazu gehören bestimmte Arbeiten innerhalb von 2 Jahren:

  • Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches, wenn der Dachboden beheizt und ausgebaut ist
  • Dämmung der Heizungsrohre
  • Falls er älter als 30 Jahre ist: Austausch des Konstanttemperaturheizkessels

Diese Sanierungspflichten fallen jedoch nicht immer an, sondern nur, wenn das Haus für mindestens 4 Monate im Jahr bewohnt und in der Zeit auf mindestens 19 Grad geheizt wird.

Auch wenn Sie kein Haus erben oder kaufen, sondern nur an Ihrem eigenen Haus Änderungen vornehmen möchten, können gesetzliche Pflichten zur energetischen Sanierung entstehen. Wenn Sie 10% der Fläche eines Bauteils verändern möchten (z.B. Außenfassade, Fenster, Dach), muss das gesamte Bauteil gedämmt werden und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Verpflichtungen bei einer energetischen Sanierung

3. Planen Sie die Maßnahmen mit einem Experten

Besprechen Sie Ihre gewünschten energetischen Maßnahmen mit einem Experten. Ein Energieberater erstellt mit Ihnen zusammen einen individuellen Sanierungsfahrplan, überprüft, welche Maßnahmen tatsächlich notwendig und sinnvoll sind und welche Reihenfolge eingehalten werden sollte. Er achtet außerdem auf die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen und bestätigt nach der Durchführung der Maßnahmen auch, dass die geplanten Energieeinsparung erreicht wurde. Diese Bestätigung benötigen Sie, wenn Sie eine staatliche Förderung beantragt haben.

4. Förderungsanträge stellen

Wenn Sie die Maßnahmen mit einem Experten geplant haben, können Sie die Anträge für Kredite und Zuschüsse stellen. Diese Anträge müssen eingereicht werden, bevor Sie Aufträge an Handwerksunternehmen erteilen.

Mehr über Förderungsmöglichkeiten erfahren

5. Finanzierung der Maßnahmen klären

Klären Sie mit Ihrer Bank die Finanzierung Ihrer Maßnahmen. Welche Maßnahmen passen in Ihr Budget? Schätzen Sie Ihr Eigenkapital realistisch ein.

6. Angebote einholen, Ausführung planen

Wenn die Finanzierung geklärt ist, können Sie die Aufträge für die energetische Sanierung erteilen. Achten Sie auf professionelle Ausführungspläne, in denen Details wie das verwendete Material und der Durchführungszeitraum festgehalten werden. Damit gehen Sie sicher, dass die von Ihnen gewünschten, im Idealfall ökologischen Materialien verwendet werden, und es zu keinen Verzögerungen kommt.

7. Energetische Maßnahmen durchführen

Lassen Sie die energetischen Maßnahmen durchführen, sobald Sie die Angebote angenommen haben und die Bauverträge unterschrieben sind. Sollten Sie eine staatliche Förderung beantragen, achten Sie darauf, dass alle notwendigen Nachweise vorliegen!

energetische Sanierung mit Faerdermitteln vom Staat

Warum braucht man einen Energiefachberater?

Damit die Bauteile die nötige Energieeffizienz bieten und beim Einbau keine Wärmebrücken entstehen, wodurch die Wärmeverluste steigen würden, müssen die energetischen Baumaßnahmen fachgerecht durchgeführt und überwacht werden. Ein Energieberater oder eine Energieberaterin unterstützen Sie dabei, einen sinnvollen Sanierungsfahrplan zu erstellen und helfen Ihnen auch dabei, an mögliche Sanierungsmaßnahmen zu denken, wie Barrierefreiheit und Einbruchschutz.

Wer eine staatliche Förderung beantragt, ist auf einen Energieberater angewiesen. Auf der Seite der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) finden Sie eine Übersicht über qualifizierte Energiefachberater.

Die Kosten für die Baubegleitung können Sie ebenfalls von der Steuer absetzen oder mit Zuschüssen finanzieren.

FAQ: Häufige Fragen zur energetischen Sanierung

Wie viel Geld braucht man für eine energetische Sanierung?

Für eine energetische Sanierung sollte man grob mit 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Eine Komplettsanierung kann also schnell im fünfstelligen Bereich liegen. Der genaue Betrag hängt stark von Gebäudezustand, Umfang der Maßnahmen und Förderung ab, bei größeren Projekten sind auch 50.000 bis 150.000 Euro oder mehr möglich.

Wie viel kostet eine komplette energetische Sanierung?

Eine komplette energetische Sanierung kostet je nach Haus und Umfang meist etwa 50.000 bis 150.000 Euro, bei Altbauten auch mehr.

Welche Zuschüsse gibt es für die energetische Sanierung?

Es gibt Zuschüsse über die BEG-Förderung für Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Heizungsoptimierung, meist mit bis zu 15 bis 20 Prozent Zuschuss. Für den Heizungstausch sind je nach Voraussetzungen sogar bis zu 70 Prozent möglich, und eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus wird zusätzlich über KfW-Kredite mit Tilgungszuschuss gefördert.

Welche steuerliche Förderung gibt es für die energetische Sanierung?

Bei der steuerlichen Förderung können Eigentümer 20 Prozent der Kosten für energetische Maßnahmen über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen, maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt. Zusätzlich können Kosten für energetische Baubegleitung und Fachplanung zu 50 Prozent direkt abgesetzt werden.

Ist die energetische Sanierung bei einem Altbaukauf noch Pflicht?

Nein, nicht jeder Altbaukauf löst automatisch eine umfassende Sanierungspflicht aus, aber bestimmte Nachrüstpflichten nach dem Gebäudeenergiegesetz gelten oft innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumsübergang. Typisch verpflichtend sind je nach Zustand z.B. der Austausch alter Heizkessel, die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs und die Dämmung von Rohrleitungen.

Ist eine PV-Anlage eine energetische Sanierung?

Nein, eine PV-Anlage gilt für sich genommen normalerweise nicht als klassische energetische Sanierungsmaßnahme, sondern eher als separate Maßnahme zur Stromerzeugung. Sie kann aber im Rahmen einer Sanierung sinnvoll kombiniert werden und je nach Konstellation steuerlich oder förderrechtlich relevant sein, etwa wenn gleichzeitig das Dach saniert wird.

Ist eine neue Heizung eine energetische Sanierung?

Ja, der Austausch einer alten Heizung gegen ein effizientes, modernes System gilt als energetische Sanierungsmaßnahme, weil der Heizwärmebedarf deutlich sinkt. Je nach Version (z.B. Brennwert, Wärmepumpe oder erneuerbare Technik) kann der Heizungstausch außerdem gesetzlich gefordert oder besonders stark gefördert sein.

Ist eine Fußbodenheizung eine energetische Sanierung?

Eine Fußbodenheizung allein gilt in der Regel noch nicht automatisch als „energetische Sanierung“ im Sinne vieler Förderprogramme, sondern eher als Komfort‑ und Effizienzmaßnahme. Sie kann aber als Teil einer umfassenden energetischen Sanierung sinnvoll sein, etwa wenn sie mit einer effizienten Heizung (z.B. Wärmepumpe) und gut gedämmtem Gebäude kombiniert wird und dadurch deutlich Energie einspart.

Ist eine Dachsanierung eine energetische Sanierung?

Ja, eine Dachsanierung gilt als energetische Sanierung, wenn zusätzlich zur reinen Instandsetzung eine Dämmung nach aktuellen energetischen Standards vorgesehen ist. Dann senkt sie den Heizwärmebedarf, erfüllt Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes und kann zudem über Förderprogramme wie die KfW bezuschusst werden.

Wann lohnt sich eine energetische Sanierung?

Eine energetische Sanierung lohnt sich vor allem bei älteren, unsanierten Gebäuden mit hohem Heizenergieverbrauch, etwa bei Energieverbräuchen über rund 100–150 kWh/m² pro Jahr. Sie rechnet sich besonders, wenn Maßnahmen wie Dämmung, neue Heizung oder Dachsanierung mit Fördergeldern kombiniert werden und die eingesparten Heizkosten die Investition innerhalb einer überschaubaren Zeit aufwiegen.

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