Fenster planen – Die 8 besten Tipps
Ausreichend Tageslicht in den eigenen vier Wänden ist ein Garant für Gesundheit und Wohlbefinden. Umso wichtiger ist es, beim Neubau oder der Modernisierung eines Gebäudes die Fenster ausreichend groß und vor allem sinnvoll zu planen. Lesen Sie hier die besten Tipps zur Fensterplanung.
1. Wieviel Fenster braucht ein Raum?
Nach DIN 5034 „Tageslicht in Innenräumen“ sowie in der Europäischen Norm DEIN EN 17037 „Tageslicht in Gebäuden“ ist für Wohn- und Aufenthaltsräume eine Mindestfensterfläche vorgeschrieben, um ausreichend Tageslicht in den Räumen, eine ausreichende Belüftung und eine Sichtverbindung nach außen zu gewährleisten. Auch die Landesbauordnungen machen Vorgaben zum prozentualen Anteil der Fensterflächen pro Raum. So heißt es zum Beispiel in der LBauO Rheinland-Pfalz im § 43, Satz 2:
„Aufenthaltsräume müssen unmittelbar ins Freie führende Fenster von solcher Zahl und Beschaffenheit haben, dass die Räume ausreichend mit Tageslicht beleuchtet und gelüftet werden können (notwendige Fenster). Das Rohbaumaß der Fensteröffnungen muss mindestens ein Zehntel der Grundfläche des Raums betragen; ein geringeres Maß kann zugelassen werden, wenn wegen der Lichtverhältnisse keine Bedenken bestehen. Bei Aufenthaltsräumen im Dachraum bleiben Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,50 m bei der Ermittlung der Grundfläche außer Betracht. Oberlichte an Stelle von Fenstern können zugelassen werden, wenn die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird.“
Für genug Licht in den Räumen sorgt die Anwendung folgender Faustformel: Die Fensterfläche sollte etwa 20 – 25 % der Grundfläche des Raumes betragen.
Tipp:
Bei der Festlegung der Fensterflächen pro Raum spielt auch der Wärmeschutz eine wichtige Rolle, denn Fenster sind die schwächsten Bereiche hinsichtlich der Wärmedämmung. Bei einem hohen Fensteranteil muss der U-Wert der Fenster möglichst gering ausgewählt werden.
2. Fenster richtig anordnen – für viel Licht und mehr Energieeffizienz
Bei der Fensterplanung ist der Blick auf eine möglichst hohe Energieeffizienz wichtig. Deshalb sollte immer auch die Ausrichtung mit bedacht werden. Großzügig bemessene Fenster in Südrichtung ermöglichen solare Wärmegewinne, die wiederum die Gesamtenergiebilanz verbessern und Heizkosten einsparen. Fenster auf der Nordseite sollten sparsam eingesetzt werden, um Wärmeverluste zu vermeiden.
Tipp: Eine besonders hohe Lichtausbeute und eine gleichmäßige Lichtverteilung bieten Fenster, die eine Belichtung von oben ermöglichen. Dies lässt sich zum Beispiel mit Oberlichtern oder raumhohen Fenstern erreichen.
3. Sonnenschutz nicht vergessen!
Gerade nach Süden und Südwesten ausgerichtete Fensterflächen können in den Sommermonaten zu einer Überhitzung der Räume sorgen. Deshalb muss von Anfang an ein wirksamer Sonnenschutz eingeplant werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel Rollladen, Lamellenvorhänge oder Markisen. Auch ein großer Baum vor dem Fenster kann die nötige Beschattung liefern: Im belaubten Zustand im Sommer schützt er vor allzu viel Sonne und lässt im Winter, wenn das Laub abgefallen ist, möglichst viel Sonnenlicht durch.
Tipp: Den besten Sonnenschutz bieten außenliegende Systeme, da sich dann die Fensterflächen nicht erhitzen.
4. Welches Fenster soll es sein?
Fenster sind in vielen verschiedenen Varianten erhältlich, die Auswahl reicht vom einfachen Kipp-Dreh-Fenster mit einem Flügel über mehrflügelige Fenster bis hin zu Eckfenstern, Sonderformen (runde Fenster oder Stichbogenfenster), Oberlichtern oder Panoramafenstern. Dabei ist zu beachten, dass Fenster maßgeblich die Außenfassade gestalten. Deshalb sollten die gewählten Fenster zueinander und auch zur Fassade des Hauses sowie zur Architektur passen.
Hinweis: Sonderformen sind Einzelanfertigungen und damit deutlich teurer als Standardgrößen und Sonderfenster.
5. Die richtigen Fenster wählen – Wärmeschutz ist das A und O
Für einen guten Wärmeschutz müssen moderne Fenster heute möglichst dicht sein und eine hochwertige Verglasung bieten. Dies wird durch 2- oder 3-fach-Isolierverglasungen erreicht. Gerade bei großen Fensterflächen ist die Dreifachverglasung wichtiger Standard, der U-Wert liegt optimalerweise zwischen 0,8 und 0,5 W/m²K. Dabei ist zu beachten, dass besser gedämmte Fenster zu Lasten des Lichteinfalls gehen, dieser sollte für Zweifach-Verglasungen mit 62 % oder mehr, bei Dreifach-Verglasungen mit mindestens 55 % angegeben werden. Um trotzdem genug Licht in den Räumen zu haben, kann eine Erhöhung der Fensterflächen sinnvoll sein.
Tipp: Dreifach-Verglasungen sind nur in Zusammenhang mit einer vollständig dichten und gut gedämmten Fassade sinnvoll.
6. Materialwahl Fensterrahmen – nicht nur Geschmackssache
Für den Fensterrahmen kommen verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften und Vorzügen in Frage:
- Kunststofffenster sind langlebig, pflegeleicht und kostengünstig. Die Oberfläche lässt eine Vielzahl von Farbgestaltungen zu. Wichtig bei der Auswahl sind UV-Beständigkeit und eine hohe Stabilität. Der Rahmen sollte durch einen innenliegenden Stahlkern stabilisiert sein.
- Holzfenster sind optische Highlights und bieten guten Wärmeschutz und Stabilität ohne zusätzliche Maßnahmen. Sie sind allerdings pflegeintensiv und deutlich teurer als Kunststofffenster.
- Aluminiumfenster sind langlebig, korrosionsbeständig und durch pulverbeschichtete Oberflächen in vielen Farben erhältlich. Die stabilen schlanken Profile eignen sich vor allem für großformatige Fenster.
- Holz-Alu-Fenster bilden eine gelungene Kombination mit ansprechender Optik und gutem Witterungsschutz. Auf den innenliegenden Holzrahmen wird von außen eine Aluminiumabdeckung aufgebracht. Dies bietet im Inneren die heimelige Atmosphäre von Holz, auf der Außenseite kann der Rahmen farblich an die Fassade angepasst werden.
Tipp: Die Wahl des Rahmenmaterials ist gleichermaßen Geschmacks- und Budgetsache. Unabhängig davon sind eine hohe Qualität, zertifizierte Hersteller und ein ausreichender Wärmeschutz wichtige Auswahlkriterien.
7. Sicherheit im eigenen Zuhause – Einbruchschutz einplanen
Generell sollten vor allem leicht zugängliche Fenster – zum Beispiel im Erdgeschoss – mindestens mit der Widerstandsklasse RC 2, besser noch RC 3 nach DIN EN 1627 ausgestattet sein. Diese Fenster besitzen eine Verglasung aus einbruchshemmendem Sicherheitsglas und erschweren durch ihre Konstruktion und zusätzliche Sicherheitsfeatures das Aufstemmen oder Aufbrechen. Ein Mehr an Sicherheit bieten Pilzkopf-Verriegelungen und abschließbare Fenstergriffe.
Tipp: Auch eine Absturzsicherung ist wichtig und für bodentiefe Fenster und Festverglasungen im Obergeschoss ohne vorgestellten Balkon gesetzlich vorgeschrieben.
8. Kosten sparen – nur nicht an der Qualität!
Wird ein Gebäude mit neuen Fenstern ausgestattet, gibt es verschiedene Einsparmöglichkeiten, zum Beispiel beim Rahmenmaterial oder bei der Auswahl der Beschläge. Günstiger werden Fenster auch dann, wenn Standardmaße, bzw. viele Fenster in der gleichen Größe geplant werden. Keinesfalls gespart werden sollte allerdings an der Fensterqualität sowie am Wärmeschutz, denn der ist entscheidend für hohe Energieeffizienz und damit geringe Heizkosten.
Tipp: Beim Kauf der Fenster wie auch für die Montage sollte auf Hersteller mit RAL-Gütezeichen zurückgegriffen werden, die eine hohe Qualität gewährleisten.
Eine weitere Sparmöglichkeit bietet die Nutzung staatlicher Förderprogramme. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Fördermittel für Fenster beantragt werden, die als Zuschuss oder zinsvergünstigter Kredit gewährt werden. In jedem Fall wichtig: Mit Kauf und Einbau der Fenster darf erst dann begonnen werden, wenn der Antrag bewilligt wurde. Die aktuellen Konditionen sind auf der KfW-Webseite zu finden.
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