Wintergarten sanieren
Ein Wintergarten ist eine wertvolle Erweiterung Ihres Wohnraums, die viel Licht und Naturverbundenheit bietet. Doch im Laufe der Jahre können Verschleiß, Witterungseinflüsse oder technische Mängel die Funktionalität und Optik beeinträchtigen. Eine Sanierung des Wintergartens ist daher oft die beste Lösung, um ihn wieder in einen gepflegten Zustand zu versetzen und seine Energieeffizienz zu verbessern.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Schritte bei der Sanierung wichtig sind, worauf Sie bei der Auswahl der Materialien achten sollten und wie Sie Kosten sowie Zeit sparen können. So gelingt es Ihnen, Ihren Wintergarten nachhaltig aufzuwerten und noch viele Jahre Freude daran zu haben.
Gründe für eine Wintergarten-Sanierung
Eine Wintergarten-Sanierung ist oft notwendig, wenn der Wintergarten in die Jahre gekommen ist oder seine Funktion und Optik beeinträchtigt sind. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum eine Sanierung sinnvoll oder sogar dringend erforderlich sein kann:
1. Undichtigkeiten und Feuchtigkeit
- Wasser dringt ein bei Regen oder Schnee: führt zu Schäden an Boden, Möbeln, Konstruktion
- Kondenswasser oder Schimmelbildung an kalten Stellen
- Poröse Dichtungen oder beschädigte Anschlussfugen
2. Veraltete Verglasung
- Einfachverglasung oder alte Isoliergläser mit schlechter Dämmung
- Wärmeverluste, Hitzestau im Sommer, hohe Heizkosten im Winter
- Keine UV-Schutzfunktion: führt zu Ausbleichen von Möbeln & Pflanzen
3. Schlechte Wärmedämmung & Energieeffizienz
- Hoher Energieverbrauch durch veraltete Profile, schlechte Dämmung im Boden oder Dach
- Kältebrücken und Zugluft → ungemütlich und teuer
- Erfüllt nicht mehr die heutigen energetischen Standards (gemäß GEG)
4. Schäden an Konstruktion und Materialien
- Rost, Risse, Verzug oder Verwitterung an Holz, Alu oder Kunststoff
- Setzungsrisse im Fundament oder undichte Übergänge zur Fassade
- Mechanische Defekte an Fenstern, Türen, Dachöffnungen
5. Schlechte Nutzbarkeit & Komfort
- Der Wintergarten ist zu heiß im Sommer / zu kalt im Winter
- Lüftung funktioniert schlecht → stickige Luft, Überhitzung
- Fehlende Beschattung oder Belüftung (Dachfenster, Jalousien, Markisen)
6. Alter, Abnutzung & veraltetes Design
- Der Wintergarten ist 20+ Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß
- Vergilbte Profile, veraltete Technik, unpraktische Aufteilung
- Wertet das Haus optisch ab oder entspricht nicht mehr dem Stil
7. Werterhalt und Wertsteigerung
- Sanierung erhöht den Wert der Immobilie
- Modernisierte Wintergärten gelten als hochwertiger Zusatzraum
- Gute Investition bei geplantem Verkauf oder Vermietung
Schritt für Schritt den Wintergarten sanieren
Wenn Sie Ihren Wintergarten sanieren möchten, ist eine systematische Vorgehensweise entscheidend, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Beachten Sie, dass eine umfassende Sanierung durch einen Fachmann ausgeführt werden sollte. Hier sind die wichtigsten Schritte in der richtigen Reihenfolge:
1. Bestandsaufnahme und Analyse:
Kontrollieren Sie den Zustand Ihres Wintergartens und prüfen Sie, welche Bestandteile sanierungsbedürftig sind. Entscheiden Sie nach der Bestandsaufnahme, ob kleinere Reparaturen ausreichen oder eine umfassende Sanierung notwendig ist.
Wichtige Punkte:
- Zustand prüfen: Untersuchen Sie den aktuellen Zustand des Wintergartens auf Risse, Undichtigkeiten, Beschädigungen an Glas, Rahmen oder Dichtungen.
- Feuchtigkeits- und Wasserschäden erkennen: Achten Sie auf Anzeichen von Wasserinfiltration, Schimmel oder Feuchtigkeit.
- Technische Anlagen checken: Überprüfen Sie Heizung, Belüftung und elektrische Installationen.
2. Planung und Angebot:
Legen Sie fest, welche Verbesserungen Sie wünschen und ob es Ihnen um eine bessere Dämmung, neue Fenster, eine modernisierte Technik oder eine optische Aufwertung geht. Sobald Sie wissen, was alles saniert bzw. erneuert werden muss, können Sie Angebote von Fachunternehmen einholen und diese miteinander vergleichen.
Wichtige Punkte:
- Welche Maßnahmen sind zwingend, welche optional?
- Eigenleistung vs. Fachfirma: Was können/wollen Sie selbst machen?
- Angebote einholen (mind. 2–3) und auf transparente Leistungsbeschreibungen achten
- Zeitplan erstellen – in welcher Reihenfolge? Wetter berücksichtigen!
3. Materialien und Komponenten auswählen
- Entscheiden Sie sich für hochwertige Fenster, Dichtungen, Dämmmaterialien und eventuelle technische Anlagen.
- Achten Sie auf Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit der Komponenten.
4. Vorbereitung der Baustelle
- Räumen Sie den Wintergarten aus und sichern Sie den Arbeitsbereich.
- Entfernen Sie alte Dichtungen oder beschädigte Bauteile.
5. Durchführung der Sanierungsarbeiten
Je nachdem, für welche Sanierungsmaßnahmen Sie sich entschieden haben, werden nun die entsprechenden Arbeiten umgesetzt. Wir haben Ihnen die häufigsten Sanierungsarbeiten hier zusammengefasst:
Schäden am Dach beheben
Wenn das Dach des Wintergartens aus PVC oder Doppelstegplatten besteht, wird es mit den Jahren brüchig und verfärbt sich, was den Wohnkomfort und die Optik beeinträchtigt. Risse sollten umgehend behoben werden und bei größeren Schäden sollte das Dach ersetzt werden. Im Idealfalls nutzen Sie die Sanierung, um das alte Dach gegen ein neues Glasdach oder ein Dach aus Ziegeln auszutauschen, um die modernen Anforderungen an den Wärmschutz zu erfüllen.
Verglasung
Bei einem Wintergarten mit alten Einfachverglasungen sollten Sie die Fenster gegen moderne Wärmeschutzverglasungen austauschen. Mit einer Zweifach- oder einer Dreifachverglasung der Fenster und Fenstertüren im Wintergarten verbessern Sie den Wärmedurchgangskoeffizient der Fensterelemente, wodurch Wärmeverluste gesenkt und Heizkosten gespart werden.
Gut geeignet ist auch eine Sonnenschutzverglasung, um das Raumklima positiv zu beeinflussen und im Sommer übermäßige Hitze im Wintergarten zu vermeiden. Um einen Sonnenschutz nachzurüsten, eignen sich auch Sonnenschutzfolien für die Verglasungen.
Dämmung der Bodenplatte:
Wenn die Bodenplatte nicht ausreichend gedämmt wurde, kann das zu Feuchtigkeit und Wärmeverlusten führen. Eine Sanierung ist eine gute Gelegenheit, eine zusätzliche (oder neue) Wärmedämmschicht einzubauen. In diesem Fall sollten Sie prüfen (lassen), ob die Türen noch einwandfrei funktionieren, denn die Wärmedämmschicht erhöht die Aufbauhöhe des Wintergarten-Bodens.
Abdichtung
Wenn Dichtungen und Anschlussfugen undicht oder porös sind oder sogar vollständig fehlen, sollten Sie bei der Sanierung umgehend ersetzt bzw. erneuert werden. Besonderes Augenmerk sollten die Dichtungen der Fenster, Türen und des Wintergartendaches erhalten. Aber auch die Anschlussfugen zur Hauswand und zum Fundament sind von großer Bedeutung für die richtige Abdichtung.
Aluverkleidung
Wenn der Wintergarten aus einer Holz- oder Kunststoffkonstruktion besteht, können Aluminiumprofile, die von außen aufgesetzt werden, das Material vor Witterungseinflüssen schützen und damit Korrosion und Verwitterung verhindern. Eine Aluverkleidung wirkt außerdem hochmodern und lässt sich farblich auf das Gesamtdesign des Wintergartens abstimmen.
Heizungsaustausch
- Anschluss der Wintergartenheizung an die Hausheizung, wenn das vorher nicht der Fall war
- Alte, ineffiziente Heizkörper oder Infrarotgeräte durch effiziente Geräte ersetzen
- Mögliche eigene Wintergartenheizung: elektrische Fußbodenheizung, Infrarotpaneele, Wärmepumpenlösungen
- Heizlast berechnen lassen für die richtige Dimensionierung
- Thermostat-/Smartsteuerung für bedarfsgerechtes Heizen
Moderne Optik
- Farbe der Profile modernisieren (z. B. Anthrazitgrau, Schwarz oder Weiß)
- Klare Linien, großflächige Verglasung ohne unnötige Unterteilungen
- Moderne Beschattungssysteme (z. B. elektrische Markise, Plissees)
- Innenausstattung aufwerten: neue Böden, Möbel, Beleuchtung
6. Abschlussarbeiten:
- Überprüfung der Abdichtungen auf Dichtigkeit
- Fenster und Türen einjustieren
- Reinigung und Kontrolle aller Fugen und Übergänge
- Endabnahme mit ggf. Fachfirma durchführen
- Dokumentation aufbewahren (Fotos, Rechnungen, Garantieunterlagen)
Wintergarten sanieren: Kosten
Die Kosten für eine Wintergarten-Sanierung können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Umfang der Arbeiten, dem Zustand des bestehenden Wintergartens, den gewählten Materialien und der Region. Hier sind einige Richtwerte, um Ihnen eine Orientierung zu geben:
- Kleinere Reparaturen und Wartung kosten ca. 1.000 bis 5.000 Euro (z.B. Austausch defekter Dichtungen oder das Ersetzen einzelner Glasscheiben)
- Teilweise Sanierung (z.B. Fenstererneuerung, Dämmung): Die Kosten liegen zwischen 5.000 und 15.000 Euro
- Umfassende Sanierung (Kompletterneuerung oder größere Umbauten): Hier beginnen die Kosten bei ca. 15.000 Euro und können je nach Größe des Bauvorhabens auch bei 50.000 Euro oder mehr liegen
Faktoren, die die Kosten beeinflussen sind unter anderem die Größe des Wintergartens, die Materialqualität, der Arbeitsaufwand und die regionalen Unterschiede. Empfehlenswert ist es, sich mindestens 2-3 Angebote von Fachunternehmen einzuholen, um eine bessere Kosteneinschätzung zu erhalten.
Förderungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Förderungsmöglichkeiten für die Sanierung eines Wintergartens, insbesondere wenn die Maßnahmen auf eine energetische Verbesserung abzielen. Für die Förderung durch KfW oder BAFA müssen die Maßnahmen allerdings bestimmte technische Standards erfüllen. Und es ist wichtig, die Anträge vor Beginn der Sanierungsarbeiten zu stellen. Hinzu kommt, dass die Fördermittel oft an die Bedingung geknüpft sind, dass die Sanierung von einem Fachunternehmen durchgeführt und das Bauvorhaben von einem Energieberater begleitet wird.
Mehr über Förderungsmöglichkeiten erfahren
Wichtige Hinweise
Eine Wintergarten-Sanierung ist ein komplexes Vorhaben, dass von einem Fachbetrieb durchgeführt werden sollte, da viele bauliche und statische Aspekte zu berücksichtigen sind. Achten Sie außerdem bei der Sanierung auf die Auswahl hochwertiger Materialien, um eine lange Lebensdauer und eine hohe Energieeffizienz zu gewährleisten.
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