Silikon am Fenster erneuern
Auch wenn man es nicht sieht: Ein Fenster ist andauernd in Bewegung. Das Bauelement ist im Verlauf des Tages und der Jahreszeiten sehr schwankenden Temperaturen unterworfen. Die Materialien, aus denen das Fenster gebaut wurde, dehnen sich daher bei Hitze zu einem bestimmten Grad aus und ziehen sich bei Kälte entsprechend zusammen. Ausgeglichen wird dies durch die Einbaufuge am Fensteranschluss, durch die Dichtungen im Blendrahmen und die Dichtungen rund um die Verglasung.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn Silikonfugen Spalten oder Risse haben oder spröde Stellen aufweisen
Bevor neues Silikon aufgetragen wird, muss das alte vollständig entfernt werden
Silikon wird in der Regel für die Einbaufuge am Wandanschluss verwendet, um vor Feuchtigkeit zu schützen
Welches Material ist das richtige?
Für die Abdichtung verschiedener Fensterbereiche werden unterschiedliche Materialien eingesetzt:
- Die Einbaufuge am Wandanschluss wird in der Regel mit Silikon vor Feuchtigkeit geschützt.
- Rings um die Verglasung kommen Dichtungen aus Gummi zum Einsatz.
- Die Abdichtungen im Blendrahmen bestehen entweder ebenfalls aus Gummi.
Defekte Dichtungen erkennen
Defekte an den Dichtungen sind meist mit dem bloßen Auge zu erkennen. Daher sollten Hauseigentümer die Abdichtungen mindestens einmal im Jahr kontrollieren. Denn so dauerhaft die Materialien auch sind, auf lange Sicht können sie durch die stetige Beanspruchung ermüden und dann ihre Funktion verlieren:
- Silikonfugen können zum Beispiel unter dauerhafter Sonneneinstrahlung einschrumpfen, sodass sich Spalten zeigen, durch die Feuchtigkeit dringen kann.
- Die Abdichtung am Blendrahmen kann spröde Stellen aufweisen.
- Bei den Abdichtungen am Fenster ist auf eventuelle mangelhafte Stellen zu achten.
Defekte Dichtungen erneuern
Während bei der Abdichtung rund um die Verglasung ein Fachmann gefragt ist, sobald sich Fehlstellen zeigen, können Dichtungen am Blendrahmen und Silikonfugen auch in Eigenleistung erneuert werden. Dazu ist allerdings etwas handwerkliches Geschick notwendig:
- Fensterdichtung: Für das Austauschen von Fensterdichtungen gibt es im Fachhandel verschiedene Produkte und Dichtbänder. Diese sind darauf ausgelegt, dass sie von versierten Heimwerkern selbst eingebaut werden können und daher mit einer entsprechenden Montageanleitung versehen. Die Montage kann sich von Produkt zu Produkt unterscheiden.
- Silikonfugen: Bevor eine neue Silikonfuge gesetzt werden kann, muss das alte Silikon zunächst vollständig entfernt werden. Grobe Teile werden herausgeschnitten, zurückbleibende Reste abgeschabt. Nur wenn die alte Silikonfuge vollständig entfernt ist, kann die neue Fuge im Ergebnis dicht sein. Für die Silikonkartuschen gibt es im Fachhandel spezielle Silikonpistolen und Kartuschenpressen. Nach dem Setzen muss die Fuge dann glatt gezogen werden.
Tipp: Das Setzen einer Silikonfuge, die hohe, optische Ansprüche erfüllt, ist nicht so leicht wie man meinen könnte. Wer diese Arbeit in Eigenleistung erbringen möchte, sollte sich seines handwerklichen Könnens bewusst sein und ihm vertrauen können. Ansonsten ist ein Experte für diese Arbeiten die bessere Wahl.
FAQ: Häufige Fragen zum Erneuern von Silikon
Nein, es gibt keine gesetzlich festgelegte Häufigkeit, mit der der Vermieter Silikonfugen erneuern muss – die Pflicht ergibt sich aus § 535 BGB bei Mängeln wie Rissen oder Undichtigkeit, typischerweise alle 5–10 Jahre je nach Verschleiß. Der Mieter muss Schäden melden, der Vermieter trägt die Kosten als Instandhaltung (keine Kleinreparatur), es sei denn, Mieterverschulden liegt vor; regelmäßige Kontrollen alle 2 Jahre werden empfohlen
Ja, Sie dürfen Silikonfugen an Fensterrahmen selbst erneuern, da dies als übliche Wartungsmaßnahme gilt und keine baurechtlichen Genehmigungen erfordert – entscheidend ist jedoch fachgerechte Ausführung mit passendem neutralem Silikon, um Schäden zu vermeiden. Entfernen Sie vorher altes Silikon alter Fugen, tragen Sie das Silikon gleichmäßig auf und glätten Sie mit Fugenglätter, wobei Sie bei Mietwohnungen Schäden dokumentieren sollten.
Für Fensterrahmen außen eignet sich neutral vernetzendes Fenstersilikon (z. B. neutrales Polysiloxan-Silikon), da es witterungs-, UV- und temperaturbeständig von -40 °C bis +120 °C ist und gut auf Glas, Metall und Stein haftet. Es verhindert Feuchtigkeitseintritt ohne zu reißen, sollte bei +5 °C bis +35 °C verarbeitet werden und ist nicht überstreichbar – ergänzend PU-Schaum für tiefere Fugen verwenden.
Ja, Fenster lassen sich mit speziellem Fenstersilikon (Sanitär- oder Universalsilikon) effektiv abdichten, da es flexibel bleibt, witterungsbeständig ist und hervorragend auf Glas, Holz, Kunststoff oder Metall haftet – ideal für Fugen zwischen Rahmen und Wand. Es verhindert Zugluft, Feuchtigkeit und Schimmel, sollte jedoch nicht überstreichbar sein.
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