Fenster schließt nicht richtig
Ein Fenster, das nicht mehr vollständig schließt, ist ärgerlich und kann seine volle Funktion nicht mehr erfüllen. Der Schaden kann verschiedene Ursachen haben:
- eine Setzung des Fensterflügels
- einen defekten Beschlag
- einen Fehler bei der Montage
- eine mangelhafte Statik des Fensterelements
- defekte Dichtungen
Je nachdem, wo die Ursache liegt, ist der Mangel vergleichsweise einfach zu beheben oder führt zum notwendigen Austausch des gesamten Fensters.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn der Anpressdruck nicht stimmt, bereitet das Probleme beim Schließen
Durch eine fehlerhafte Montage und falsch gesetzte Keile können sich die seitlichen Rahmenprofile durchbiegen
Wennd er Fensterflügel schleift oder zu weit unten hängt, muss er korrekt justiert werden
Setzung des Fensterflügels
Dieser Mangel kann vor allem bei neu installierten und großformatigen Fenstern auftreten. Der in die Bänder eingehängte Flügel setzt sich. Das heißt, die eingestellte Position ändert sich. Hängt der Flügel zu weit nach unten, kann er nicht mehr in den Rahmen hineingeschoben werden und schließt nicht mehr richtig.
Wahrscheinlicher, als dass der Fensterflügel komplett nicht mehr schließt, ist, dass er beim Schließen unangenehme Geräusche macht. Der Fensterflügel schleift dann beim Schließen über den Rahmen. Auf lange Sicht ist das auf keinen Fall gut. Der Mangel sollte schnellstmöglich von einem Fachmann behoben werden. Der kann mit dem richtigen Werkzeug den Fensterflügel im Blendrahmen richten. Ähnlich wie bei einer Schranktür lässt sich der Fensterrahmen an den richtigen Stellschrauben neu justieren.
Die Bauteile am Fensterbeschlag
Lässt sich ein Fenster nicht vollständig oder schwer schließen, liegt das in vielen Fällen zum Glück nur an einer fehlerhaften Einstellung der Beschläge.
- Die Schließzapfen (Pilzkopfzapfen) sorgen dafür, dass das Fenster stabil schließt, der Flügel in den Rahmen gedrückt wird und das geschlossene Fenster somit dicht ist. Stimmt der Anpressdruck nicht, kann das Probleme beim vollständigen Schließen bereiten.
- Die Ecklager im unteren Bereich des Fensterflügels auf der Bandseite bestimmen dessen horizontale Position. Auch hier ermöglicht eine Stellschraube die perfekte Lage parallel zum Rahmen.
- Das Scherenlager sitzt auf der Oberseite des Fensterflügels, ebenfalls auf der Bandseite. Hier wird die vertikale Position bestimmt und auch korrekt eingestellt.
Tipp: In der Herstelleranleitung des Fensters befinden sich in der Regel auch Angaben darüber, wie sich das Fenster einstellen lässt. Als Werkzeug wird – je nach Modell ein passender Schrauben- oder Inbus-Schlüssel benötigt.
Ein defekter Beschlag
Ist die Mechanik des Beschlags gestört, kann es auch dadurch zu dem Mangel eines nicht mehr schließenden Fensters kommen. Ein schadhafter Beschlag kann bereits mangelhaft geliefert worden sein. Der Schaden kann allerdings ebenso durch eine mangelnde Wartung entstehen. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Funktionsprüfung wichtig. Wie beim falsch justierten Fensterflügel kann aber auch bei einem defekten Beschlag der Fachmann helfen und das Fenster in aller Regel wieder reparieren.
Häufig liegt das Problem auch am Fenstergriff: Das Fenster lässt sich zwar schließen, der Griff allerdings nicht betätigen. Ist dies der Fall liegt das Problem entweder an einem echten Defekt und der Fenstergriff muss ausgetauscht werden, oder es steckt ein Fremdkörper, zum Beispiel ein Staubkorn, in der Mechanik. Ist dies der Fall, lässt sich der blockierte Griff mit etwas Kriechöl und einem leichten Ruckeln am Griff lösen und die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit wieder hergestellt.
Fehlerhafte Montage führt zu gebogenen Rahmenprofilen
Deutlich schwerwiegender ist ein Mangel aufgrund einer falschen Montage. Werden die Keile bei der Ausrichtung nicht richtig gesetzt und die Mauerwerksanker zu weit auseinander platziert, können sich die seitlichen Rahmenprofile durchbiegen. Dieser Mangel lässt sich nur in einem sehr geringen Maße ausgleichen. Ist die Durchbiegung zu stark, bleibt am Ende nur noch der Austausch des Fensters.
Mangelhafte Statik des Fensterelements
Während die falsche Montage demjenigen anzulasten ist, der das Fenster eingebaut hat, handelt es sich bei einer fehlerhaften Statik um einen Produktionsmangel. Wird beispielsweise ein Rollladenkasten auf dem Fenster platziert, obwohl der Rahmen von seiner Stärke nicht darauf ausgelegt ist, kann sich das obere Fensterprofil durchbiegen. Der Fensterflügel kann dann nicht mehr geöffnet beziehungsweise geschlossen werden. Auch in diesem Fall ist die Behebung des Mangels nur durch den Austausch des Fensters möglich.
Defekte Dichtungen – Undichte Fenster
Lässt sich das Fenster zwar schließen, kommt es aber dennoch zu Zugluft oder Eindringen von Feuchtigkeit bei Regen, kann das an defekten Fensterdichtungen liegen. Gerade bei älteren Fenstern sind die Gummidichtungen manchmal porös und verlieren ihre Elastizität. Möglicherweise kann die Funktionsfähigkeit durch gründliches Säubern mit einem weichen Lappen und für Fensterdichtungen geeigneter Reinigungsmilch wiederhergestellt werden. Anschließend erfolgt die Pflege, zum Beispiel mit Hilfe von Silikonspray, um die Geschmeidigkeit wieder herzustellen. Hat diese Maßnahme keinen Erfolg, kann ein Austausch der Dichtungen ratsam sein.
FAQ: Häufige Fragen
Zuerst Beschläge, Scherenlager und Ecklager mit einem Inbusschlüssel nachjustieren, um Verzug oder falschen Anpressdruck zu beheben, und Griffe sowie Mechanismen mit Kriechöl reinigen und schmieren. Bei anhaltenden Problemen einen Fachmann rufen, da defekte Teile wie Zapfen oder Getriebe ausgetauscht werden müssen.
Fenster klemmen beim Schließen häufig durch falsch eingestellte Beschläge, Verschmutzung oder Verformung des Flügels/Rahmens aufgrund von Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Weitere Gründe sind abgenutzte Schließzapfen, blockierte Griffe oder ein zu hoher Anpressdruck, der eine Nachjustierung des Scherenlagers erfordert.
Das Scherenlager befindet sich am Dreh-Kipp-Fenster oben auf der dem Griff gegenüberliegenden Seite des Flügels, wo es die Schere befestigt und die Kippfunktion unterstützt. Es wird typischerweise durch eine Abdeckung geschützt und dient der Einstellung der Flügelhöhe für ein dichtes Schließen.
Bei einem Fenster, das nicht richtig schließt, muss der Vermieter die Reparaturkosten übernehmen, wenn der Defekt durch Verschleiß, Materialmangel oder normale Abnutzung entsteht. Der Mieter muss den Schaden jedoch melden und haftet selbst, falls er durch eigenes Fehlverhalten (z.B. falsche Bedienung) verursacht wurde. Bei Eigentümern gilt das Verursacherprinzip oder die Gebäudeversicherung übernimmt oft, während bei Neuinstallationen der Hersteller oder Monteur haftet.
Der Schließmechanismus beim Fenster wird im Fachjargon meist als Beschlagsystem bzw. Fensterbeschlag bezeichnet. Die eigentlichen „Schließer“ am Flügel heißen Schließzapfen oder Pilzzapfen, die in das Schließblech im Rahmen greifen.
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