Fenstertausch: Kosten
Bauherren die einen Fenstertausch planen, müssen je nach Anzahl, Größe und Art der Fenster tief in die Tasche greifen. Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten für neue Fenster schnell im fünfstelligen Bereich. Sind zusätzlich noch Sonderausstattungen geplant, unterliegt das Gebäude dem Denkmalschutz oder werden die Fenster zusammen mit einer Fassadensanierung erneuert, steigen die Kosten nochmals deutlich an.
Genaue Auskunft darüber, wie viel in die neuen Fenster investiert werden muss, liefern individuelle Angebote vom Fensterbaubetrieb, denn jedes Fenstertausch-Projekt ist anders. Grundlage des Angebots sind Abmessungen, Rahmenmaterial, Verglasung und Besonderheiten für die neuen Fenster, hinzu kommen die Kosten für den Ausbau der alten und den Einbau der neuen Fenster.
Wann lohnt sich der Fenstertausch?
Grundsätzlich sollten Fenster, die vor 1995 – also vor Inkrafttreten der 1. Wärmeschutzverordnung – eingebaut sind, möglichst schnell ausgetauscht werden. Die U-Werte dieser Fenster entsprechen durch Einfachverglasung, Undichtigkeiten und mangelhaften Einbau längst nicht mehr den hohen Anforderungen an die Energieeffizienz, wie sie die aktuelle Fassung des Gebäudeenergiegesetzes vorschreibt. Die Folge: Hohe Heizkosten, die das Budget bei steigenden Energiepreisen wie auch die Umwelt und unser Klima empfindlich belasten.
Tipp: Im Zweifelsfall kann ein qualifizierter Energieberater die vorhandenen Fenster prüfen, beurteilen und die richtigen Sanierungsmaßnahmen empfehlen.
Kostenbeispiele für den Fenstertausch
Je nach Art des Rahmenmaterials und gewählter Verglasung variieren die Kosten für neue Fenster, pauschale Preisangaben können deshalb stets nur als ungefähre Anhaltspunkte dienen. Ein einflügeliges Fenster mit einer Größe von 1,50 x 1,50 m liefert in der folgenden Tabelle die Beispielgröße:
| Rahmenmaterial | Verglasung | U-Wert in W/m²K | Gesamtkosten/ m² | Gesamtkosten Fenster 1,50×1,50 |
|---|---|---|---|---|
| Kunststoff | 2-fach-Verglasung 3-fach-Verglasung |
1,3 0,86 |
ca. 400 ca. 430 |
ca. 500 ca. 550 |
| Kunststoff-Aluminium | 2-fach-Verglasung 3-fach-Verglasung |
1,2 0,8 |
ca. 540 ca. 570 |
ca. 700 ca. 750 |
| Holz | 2-fach-Verglasung 3-fach-Verglasung |
1,3 0,9 |
ca. 550 ca. 580 |
ca. 730 ca. 780 |
| Holz-Aluminium | 2-fach-Verglasung 3-fach-Verglasung |
1,3 0,9 |
ca. 660 ca. 690 |
ca. 910 ca. 960 |
| Aluminium | 2-fach-Verglasung | 1,1 | ca. 970 | ca. 1.400 |
Tipp: Größere Fenster sind teurer als kleine. Allerdings führt die doppelte Größe nicht zum doppelten Preis. Wesentlich mehr wirken sich gewähltes Rahmenmaterial und Verglasung auf den Fensterpreis aus.
Alte Fenster ausbauen – auch in Eigenleistung möglich
Ausbau und Entsorgung alter Fenster machen ca. 10 % der Gesamtkosten für den Fenstertausch aus. Während die Montage dem Fachbetrieb überlassen bleiben sollte, können Hausbesitzer durch den eigenhändigen Ausbau der alten Fenster also Kosten einsparen.
Allerdings sind bei dieser Überlegung verschiedene Punkte zu beachten:
- Kommt es beim Ausbau der alten Fenster zu Zerstörungen und Schäden am Mauerwerk, dem Bodenbelag oder den Möbeln, muss der Bauherr die Kosten selbst tragen, bzw. die Schäden selbst beseitigen. Übernimmt der Fachbetrieb den Ausbau, haftet er für eventuell entstandene Schäden.
- Fachbetriebe können alte Fenster meist günstiger und mit weniger Aufwand entsorgen als Privatpersonen, denn sie verfügen über die nötige technische Ausstattung und das Know-How.
- Fensterbaufirmen können Aus- und Einbau besser koordinieren. Übernimmt der Bauherr den Ausbau, ist eine gute Koordination mit dem Handwerker erforderlich, damit die neuen Fenster möglichst schnell montiert werden.
Tipp: Ist ein Fensterausbau in Eigenleistung geplant, sollte diese Arbeit von mindestens zwei Personen durchgeführt werden.
Förderung beantragen – Kosten beim Fenstertausch sparen
Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden werden vom Staat gefördert. Ansprechpartner ist hier die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die mit verschiedenen Programmen Einzel- und Gesamtmaßnahmen mit Zuschüssen oder zinsvergünstigten Krediten fördert. Wichtig dabei ist, sich vor Beginn über die aktuellen Förderbedingungen zu informieren, denn durch Formfehler – wie zum Beispiel der Beginn der Arbeiten vor Förderbewilligung – kann die Möglichkeit der Finanzierung durch den Staat verloren gehen.
Tipp: Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist eine Förderung für die Vor-Ort-Beratung zum Fenstertausch und anderen Sanierungsmaßnahmen möglich.
Jetzt investieren – langfristig sparen
Fakt ist: Der Austausch alter Fenster im Eigenheim ist eine große Investition. Bauherren sollten allerdings nicht nur die entstehenden Kosten sehen, sondern auch die Einsparpotenziale für die Zukunft. Je nachdem, welche Heizungsanlage und welches Brennmaterial verwendet wird, amortisieren sich die Kosten für die neuen Fenster langfristig und die Anfangsinvestition wird zum Sparpotenzial.
Wie lange die Amortisierung dauert, muss individuell berechnet werden. Den kürzesten Zeitraum ab 8 Jahren bietet der Austausch von einfachverglasten Fenstern mit hohem U-Wert ab 2,0 W/m²K gegen Fenster mit Zwei- oder Dreischeibenwärmedämmgläsern und einem U-Wert unter 1,0 W/m²K.
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