Haustür Sicherheitsklassen
Im Jahr 2024 gab es laut Angaben von Statista 78.400 polizeilich erfasste Wohnungseinbruchdiebstähle, inklusive Einbruchsversuchen. Fenster und Haustüren sind die Hauptangriffsziele von Einbrechern, deshalb ist es umso wichtiger, gerade die Eingangstür mit einem guten Einbruchschutz zu versehen. Im Jahr 2011 trat mit der DIN EN 1627 eine europaweit gültige Norm in Kraft, in der Haustüren und Fenster hinsichtlich ihrer Einbruchhemmung klassifiziert wurden. Maßgeblich sind die verwendeten Werkzeuge und die Zeit, die ein Einbrecher braucht, um die Sicherheit der Tür zu überwinden.
Das Wichtigste in Kürze
LAut DIN EN 1627 wird zwischen sechs Widerstandsklassen unterschieden
Damit Haustüren einen zuverlässigen Einbruchschutz bieten, ist die Widerstandsklasse RC2 empfohlen
Hochwertige Haustüren sind mit dem entsprechenden Zertifikat ausgezeichnet, das die Widerstandsklasse bestätigt
Das ist in der DIN-Norm geregelt
In der Norm wird zwischen sechs Widerstandsklassen unterschieden. Die sogenannte „Resistance Classes“ (RC) reicht von RC 1 für Türen mit geringem Schutz bis RC 6 für Türen mit erhöhtem Schutz und einer langen Widerstandszeit. Die Unterscheidung der Klassen ergibt sich aus steigenden statischen und dynamischen Anforderungen und dem verwendeten Werkzeugs sowie der Widerstandsdauer gegen den jeweiligen Einbruchsversuch.
Klassifiziert werden die Türen von unabhängigen Prüfinstituten wie zum Beispiel dem PIV (Prüfinstitut für Schlösser und Beschläge), die von den Herstellern beauftragt werden. Besteht das Produkt die strengen Prüfungen, wird es mit einem entsprechenden Zertifikat ausgezeichnet, dass die erreichte Widerstandsklasse bestätigt.
| Widerstandsklasse | Widerstandszeit in Minuten | Tätertyp und Vorgehen |
|---|---|---|
| RC 1 N | 3 (ohne manuelle Prüfung) | Begrenzter bis geringer Grundschutz gegen körperliche Gewalt, zerstörungsfreier Manipulationstest mit Kleinwerkzeug, Ausführung mit Standardfensterglas |
| RC 2 N | 3 | Aufbruchsversuch mit Schraubendreher, Zange oder Keil durch Gelegenheitstäter, kein direkter Angriff auf die Verglasung, Ausführung mit Standardfensterglas/ keine Anforderungen an die Verglasung |
| RC 2 | 3 | Aufbruchsversuch mit Schraubendreher, Zange oder Keil durch Gelegenheitstäter, Verglasung erfolgt ab RC 2 nach den Regeln der EN 356 (Verbund-Sicherheitsglas |
| RC 3 | 5 | Gewohnheitstäter versucht Aufbruch mit zweitem Schraubendreher und Kuhfuß |
| RC 4 | 10 | Erfahrene Täter setzen zusätzlich Säge- und Schlagwerkzeuge und Bohrmaschine ein |
| RC 5 | 15 | Erfahrene Täter setzen weitere Elektrowerkzeuge wie Stichsäge oder Winkelschleifer ein, Verglasung nach EN 356 muss direkten Angriff während der RC 5 Prüfung bestehen |
| RC 6 | 20 | Erfahrene Täter setzen leistungsfähige Elektrowerkzeuge zusätzlich ein, Verglasung nach EN 356 muss direkten Angriff während der RC 6 Prüfung bestehen |
Mindestens Widerstandsklasse RC 2 für Haustüren
Eine Haustür sollte mindestens die Widerstandsklasse RC 2 erreichen, für ein erhöhtes Schutzbedürfnis oder wenn besonders wertvolle und wichtige Gegenstände im Haus gelagert werden, bietet sich die Klasse RC 3 an. Die höheren Klassen kommen vorwiegend bei gewerblichen Objekten wie Büro- und Verwaltungsgebäude oder Banken zum Einsatz.
Tipp: Verfügt die Haustür über ein zusätzliches Seitenteil oder ein Oberlicht, müssen auch diese die gewünschte Widerstandsklasse erreichen, denn der Türbereich ist nur so sicher vor Einbruch geschützt wie sein schwächstes Element.
FAQ: Häufige Fragen zu Haustür-Sicherheitsklassen
Einbruchhemmende Haustüren werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen RC1N/RC1 bis RC6 eingeteilt, wobei mit steigender Zahl der Schutz und die Widerstandszeit gegen einen Einbruch zunehmen. Für Einfamilienhäuser werden in der Praxis meist RC2 (Mindestempfehlung) oder RC3 verwendet, während RC4–RC6 typischerweise im gewerblichen oder Hochsicherheitsbereich eingesetzt werden
RC2 steht für die zweite Widerstandsklasse nach DIN EN 1627 und bedeutet, dass eine Tür mindestens 3 Minuten einem Einbruchversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange oder Keil standhält. Sie umfasst typischerweise eine Mehrfachverriegelung, Aufbohrschutz-Zylinder und verstärkte Beschläge und gilt als Standard-Einbruchschutz für Wohnhäuser.
RC3 ist die dritte Widerstandsklasse nach DIN EN 1627 für einbruchhemmende Haustüren und bedeutet, dass die Tür mindestens 5 Minuten einem Angriff mit Werkzeugen wie Schraubendrehern, Bohrer und Kuhfuß standhält. Sie eignet sich besonders für Bereiche mit höherem Einbruchrisiko und umfasst Komponenten wie Dreifach-Verriegelung, Aufbohrschutz-Zylinder und verstärktes Türblatt.
Es gibt in Deutschland keine generelle Pflicht, dass jede Haustür Sicherheitsglas haben muss. Ob Sicherheitsglas erforderlich ist, hängt von der konkreten Situation ab (z.B. bodentiefe Verglasung, Absturzgefahr, öffentlich zugänglicher Bereich, besondere Unfall- oder Einbruchschutzanforderungen)
Ein einfaches Sicherheitsschloss bzw. Sicherheitszylinder für eine Haustür beginnt grob bei etwa 40–60 Euro, hochwertige geprüfte Modelle mit Bohr- und Ziehschutz liegen typischerweise zwischen 80 und 200 Euro. Für Querriegel oder Mehrfachverriegelungen solltest du – je nach Qualität – eher mit insgesamt 100 bis 300 Euro nur für das Schloss und den Riegel rechnen, zuzüglich möglicher Montagekosten durch einen Fachbetrieb.
RC3-Haustüren kosten in Deutschland je nach Material (Stahl, Aluminium, Kunststoff), Größe, Ausstattung und Hersteller typischerweise zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Günstigere Standardmodelle starten um 1.600–2.500 Euro, während Premium- oder Sonderanfertigungen mit Montage schnell 3.000–6.000 Euro oder mehr erreichen können.
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