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Dachfenster nachträglich einbauen

Wird der Dachboden für mehr Wohnraum nachträglich ausgebaut, steht auch ein Fenstereinbau an, um in den neuen Räumen für ausreichend Licht zu sorgen. Die einfachste Variante ist der Einbau moderner wärmegedämmter Dachflächenfenster. Damit kommt auf Bauherrn hinsichtlich Planung, Aufwand und Kosten so einiges zu. Doch das Ergebnis lohnt sich: Großzügig belichtete Dachräume haben ihren ganz eigenen Charme und bieten eine hohe Wohnqualität.

Bauherr baut in ein altes Ziegeldach nachträglich ein modernes Dachfenster ein
Zuletzt aktualisiert am 13.11.2025

Wieviel Licht muss ins Dachgeschoss?

Wie viel Lichtfläche ein Aufenthaltsraum mindestens haben muss, ist in den Landesbauordnungen geregelt. Die Vorgaben sind je nach Land unterschiedlich, als Richtlinie muss die Summe der Lichtflächen eines Raums, also der Verglasung ohne Rahmen, mindestens 8 % der Grundfläche des Raumes betragen. Eine andere Vorgabe macht die DIN 5034: Die Breite aller Fenster muss insgesamt mindestens 55 % der längeren Raumseite betragen. Mit Blick auf die Mindestvorgaben sind für ausreichend Licht unterm Dach auch noch andere Aspekte wie die Ausrichtung und die Raumgeometrie zu beachten. Grundsätzlich gilt: Je mehr Licht, umso besser, deshalb sollte an Fensterfläche im Dachgeschoss nicht gespart werden.

Infobild Optimale Anordnung der Dachfenster

Der optimale Lichteinfall im Dachgeschoss

Für eine optimale Belichtung in den Dachräumen sollten folgende Aspekte bei der Planung beachtet werden:

  • Eine möglichst gute Lichtverteilung bieten Fenster in verschiedenen Himmelsrichtungen.
  • Ideal für das Dachgeschoss sind Fenster nach Osten und Westen. So gelangt den ganzen Tag über Licht in den Raum, die direkte Sonneneinstrahlung aus dem Süden und damit eine übermäßige Aufheizung durch die Fenster wird vermieden.
  • Tiefsitzende Fenster, bzw. unter dem Fenster installierte Festverglasungen sorgen auch bei niedrigstehender Sonne (zum Beispiel im Winter) für viel Helligkeit im Raum.
  • Panorama-Dachfenster im Osten oder Westen sorgen für einen besonders üppigen Lichteinfall über den ganzen Tag.
  • Werden mehrere Fenster nebeneinander kombiniert, wird der Raum nicht nur besonders hell, sondern wirkt auch großzügig und freundlich.

Tipp: Je steiler die Dachneigung, umso weniger Fensterhöhe ist für einen guten Lichteinfall erforderlich.

Infobild Planung der Fensterflächen im Verhältnis zum Wohnraum

Die Auswahl des Dachfenstertyps

Der Klassiker unter den Dachflächenfenstern ist das einfache Schwingfenster. Es wird im gleichen Winkel wie die Dachneigung eingebaut und über eine obenliegende Griffleiste geöffnet. Gelagert ist das Schwingfenster mittig, so dass es sich beim Öffnen um seine Mittelachse dreht.

Neben dem Schwingfenster gibt es noch weitere Dachfenstertypen:

  • Das Klapp-Schwing-Fenster unterschiedet sich in seinem Öffnungsmechanismus vom herkömmlichen Schwingfenster. Es kann wahlweise ebenso wie das Schwingfenster um seine Mittelachse geöffnet werden. Alternativ lässt es sich zusätzlich klappen. Wird der Griff an der unteren Fensterseite betätigt, klappt das Fenster nach oben auf. Der Fensterflügel befindet sich im geöffneten Zustand komplett außerhalb des Raums.
  • Beim Dachbalkonfenster wird die Klappfunktion über einen Dachaustritt erweitert. Beim Öffnen kann ein Geländer aus Glas ausgeklappt werden. Dies ermöglicht den Austritt nach draußen auf einen Minibalkon. Im geschlossenen Zustand dient das Glasgeländer als zusätzlich Fensterfläche in Dachebene.
Hinweis: Dachbalkone sind ausgesprochen komfortabel, aber auch teuer. Die Kosten bewegen sich im vierstelligen Bereich.
Infobild Dachfenster Varianten Schwingfenster, Kippfenster Hochschwingfenster Dachbalkon

Welche Arbeiten am Dach sind nötig?

Im ersten Schritt muss eine passende Öffnung in der Dachfläche geschaffen werden. Je nach Konstruktion kann das neue Dachflächenfenster zwischen zwei Sparren montiert werden, für breitere Fenster wird ein Wechsel eingebaut: Im entsprechenden Bereich wird ein Teil des Sparrens herausgenommen, die Last aus dem „Restsparren“ wird durch querliegende Balken, sogenannte Wechsel, abgefangen.

Unabhängig davon muss für das Dachflächenfenster ein Teil der Dacheindeckung, sowie die Dachkonstruktion mit Dämmung und Unterspannbahn aufgenommen werden. Vor dem eigentlichen Einsetzen des Fensters werden die Anschlüsse an das Dach vorbereitet. Dazu wird in den Dachausschnitt ein Eindeck- sowie der Dämmrahmen eingesetzt. Dieser sorgt dafür, dass an der Anschlussstelle Dach-Fenster keine Wärmebrücke entsteht. Nach diesen vorbereitenden Schritten kann das Fenster eingesetzt werden.

Infobild Was muss beim Nachträglichen Einbau eines Dachfensters geplant und umgebaut werden

Dachfenster nachträglich einbauen – Schritt für Schritt

1. Maß nehmen und Platzierung planen

Im ersten Schritt wird die Lage des Fensters festgelegt, dabei ist auf eine ausreichende Brüstungshöhe zu achten. Die spätere Position wird auf der Dachinnenseite angezeichnet.

2. Herstellen des Dachausschnitts

Dazu wird die Unterspannbahn im 45 Grad-Winkel zur Mitte hin aufgeschnitten und eine eventuell vorhandene Dämmung entfernt. Anschließend werden von Innen die Ziegel herausgenommen. Nach dem Abnehmen der Ziegel müssen die Dachlatten ausgeschnitten werden. An der Unter- wie Oberkante der Öffnung wird eine Querlatte eingefügt, um die freien Lattenenden aufzunehmen. Die erforderlichen Abstände sind der Montageanleitung des Fensters zu entnehmen.

3. Fenster zur Montage vorbereiten

Das Dachflächenfenster wird nach Herstelleranleitung zur Montage vorbereitet. Dies gilt ebenso für den Dämmrahmen. Wichtig vor dem Einbau: Der Fensterflügel wird ausgehängt.

Infobild Was muss man alles beim Einbau eines Dachfensters machen

4. Fensterrahmen einsetzen

Auf den in den Fensterausschnitt eingesetzten Dämmrahmen wird der Fensterrahmen montiert. Wichtig dabei ist eine sorgfältige Ausrichtung, damit das Fenster waagerecht und senkrecht bündig aufliegt. Der Rahmen wird von der Dachseite aus angelegt, justiert und befestigt. Dieser Arbeitsschritt wird stark erleichtert, wenn bereits der Dämmrahmen fachgerecht und sauber positioniert ist.

5. Anschlussschürze und Eindeckrahmen

Für einen dichten Einbau wird um das Fenster herum eine Anschlussschürze montiert. Diese muss die Dacheindeckung überlappen. Die Schürze wird für einen regen- und winddichten Anschluss mit dem Fensterrahmen verklebt und mit der Dachunterkonstruktion per Tacker verbunden. Oberhalb des Fensters wird die im Lieferumfang enthaltene Wasserableitrinne eingebaut und über Klemmen mit der Unterspannbahn verbunden. Auf die Schürze wird der Eindeckrahmen aufgesetzt und mit dem Fensterrahmen verbunden.

6. Dacheindeckung anpassen

Sind alle Schritte zur Montage des Eindeckrahmens erfolgt, wird die Dacheindeckung rund um das Dachfenster verlegt. Dazu müssen in der Regel die Ziegel entsprechend geschnitten und angepasst werden.

7. Fensterflügel einsetzen

Im letzten Schritt wird der Fensterflügel eingesetzt, justiert und aktiviert. Auch hier liefert die Montageanleitung die nötigen Hinweise.

Tipp:

Handwerklich versierte Bauherrn können ein Dachfenster theoretisch selbst einbauen. Allerdings kann es bei fehlerhafter Montage leicht zu Wärmeverlusten und Schäden am Dach durch Undichtigkeiten kommen. Die dann entstehenden Folgeschäden sind deutlich teurer als die Beauftragung eines Fachbetriebs für den Einbau.

Was kostet der Dachfenstereinbau?

Die Kosten für ein Dachflächenfenster sind von Marke, Material, Größe, Konstruktion und Art der Verglasung sowie eventuellen Zusatzausstattungen abhängig. Als Preisbeispiel für ein Dachflächenfenster dienen folgende Richtwerte:

Leistung Kosten in Euro
Dachflächenfenster mit Wärmeschutzverglasung, Kunststoffahmen und einer Größe von 60 x 90 cm 490
Anschluss-Set 80
Eindeckrahmen 80
Innenausbau inklusive Material bis 250
Gesamtkosten 900

Hinweis: Spezialverglasungen, Zusatzausstattungen oder ein Holzrahmen verteuern den Dachfenstereinbau. Werden Standardmaße gewählt, können die Kosten im Vergleich zu Maßanfertigungen sinken.

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