Fenster-Wandanschluss abdichten
Aus energetischer Sicht stellt jedes Fenster zunächst einen Schwachpunkt im Wärmeschutz eines Hauses dar. Das ist nicht nur der Fall, weil mit dem Glas ein Material vorhanden ist, das einen höheren Wärmedurchgangswert aufweist, als eine gemauerte Wand, oder weil der Rahmen des Fensters in einer bestimmten Weise aufgebaut ist. Vielmehr ist es der Übergang von einem Bauteil zum anderen – von der Wand zum Fenster –, der aus bauphysikalischer Sicht ein Problem darstellen kann.
Das Wichtigste in Kürze
Die Fuge zwischen Fenster und Wand muss korrekt abgedichtet sein, um Wärmeverluste zu vermeiden
Spezielle Dichtbänder wie das Kompriband dichten die Fuge zuverlässig ab
Die Montageanker dienen der korrekten Verankerung des Fensters in der Wandöffnung
Was ist der Wandanschluss?
Dieser Bauteilübergang ist eine klassische Stelle, an der Wärmebrücken auftreten können, weil an der Fuge des Wandanschlusses mehr Energie von innen nach außen verloren geht als über das dicht schließende Fenster oder die Wand. Bei schlecht eingebauten Fenstern kann sich daher an genau dieser Stelle Tauwasser und im schlimmsten Fall dann auch Schimmel bilden. Das moderne Bauwesen hat allerdings Maßnahmen entwickelt, um genau dem vorzubeugen.
Ein guter Wandanschluss hat allerdings nicht nur einen energetischen Aspekt, sondern wirkt sich auf alle Funktionen aus, die das Fenster leisten soll. Hier die Aspekte noch einmal im Überblick:
- Ein korrekt ausgeführter Wandanschluss hält die Wärme im Haus und lässt nur wenig Energie nach außen verloren gehen.
- Die feste Verankerung ist wichtig, um den Einbruchschutz zu gewährleisten.
- Der Schallschutz kann nur dann voll wirken, wenn auch die Anschlussfuge gut ausgeführt ist.
- Der richtige und fachgerechte Wandanschluss ist ein wichtiges Kriterium für die Werthaltigkeit des Bauelements.
Für die Verankerung des Fensters in der Wandöffnung dienen so genannte Mauerwerksanker. Nach der Ausrichtung des Rahmens werden die Löcher für diese Anker in den Seiten des Rahmens mit einer Bohrmaschine vorgebohrt. Anschließend wird mit einem langen Bohrer das Loch für den Mauerwerksanker durch den Rahmen in die Fensterlaibung gesetzt.
Mit Schlagdübeln, die durch das Loch geführt werden, ist dann eine feste Verankerung des Rahmens in der Fensterlaibung leicht möglich. Bei diesem Vorgehen ist in jedem Fall sichergestellt, dass das Loch an der richtigen Stelle der Fensterlaibung platziert ist und der ausgerichtete und provisorisch befestigte Rahmen nicht noch einmal verrutschen kann.
Luftdichte Ausführung des Wandanschlusses
Während die feste Verankerung des Rahmens im Mauerwerk immer schon ein wichtiges Kriterium beim Einbau von Fenstern war, ist in jüngster Zeit die Luftdichtheit des Wandanschlusses stärker in den Fokus gerückt. Früher wurde der Spalt zwischen Fenster und Wand lediglich ausgeschäumt und anschließend verputzt. Das macht einen sehr dichten Eindruck, allerdings hat sich bei den modernen Dämmstandards herausgestellt, dass ein solcher Aufbau nicht komplett luftdicht ist.
Das bedeutet, dass gerade bei windiger Witterung Energie über diese Schwachstelle verloren gehen kann. Durch die außen am Fensterelement vorbeiströmende Luft entsteht eine Sogwirkung, die die Energie aus den Innenräumen praktisch herauszieht – zwar nur in einem vergleichsweise geringen Maße, dafür aber kontinuierlich.
Die Lösung für dieses Problem ist einfach: Auch der Wandanschluss braucht eine eigene Abdichtung. Auf dem Markt sind inzwischen spezielle Dichtbänder erhältlich, die mit ihrer Kante vor der Montage rund um den Rahmen aufgeklebt werden. Wird der Rahmen dann in die Wandöffnung eingesetzt, legt sich das Dichtband über die Fuge.
Selbstverständlich wird die Fuge nach wie vor ausgeschäumt und verputzt, allerdings sorgt das Dichtband dafür, dass sie luftdicht ist und eine hohe Energieeffizienz erzielt wird. Diese Einbauart ist der technische Standard, der bei einem Neubau ausgeführt werden sollte. Er ist aber ebenso auch in einem Altbau sinnvoll.
Tipp:
Der luftdichte Einbau der Fenster wird in der Fachsprache RAL-Montage genannt. Der Grund für diesen Namen ist, dass dieser technische Standard die Grundlage für die Einführung des RAL-Gütezeichens Fenster+Montage war.
Einbindung in das Wärmedämmverbundsystem
Um alle Anforderungen an einen optimalen Wärmeschutz zu erfüllen, muss die Fuge von der Wand zum Fenster nicht nur luftdicht, sondern auch in die Wärmedämmung eingebunden sein. Bei einem Wärmedämmverbundsystem sollte dazu die Fensterlaibung gedämmt werden, sodass der Dämmstoff die Einbaufuge des Wandanschlusses um mindestens drei Zentimeter überdeckt.
FAQ: Häufige Fragen zum Wandanschluss
Ja, Fenster lassen sich von außen abdichten. Für Außenfugen eignen sich Silikon oder MS-Polymer-/PU-Dichtstoffe, während Acryl weniger dauerhaft ist und stärker schrumpfen kann.
Außenfugen können mit Dichtstoffen abgedichtet werden. Silikon ist dafür gut geeignet, da es UV-beständig ist und Bewegungen gut mitmacht. Es ist allerdings meist nicht lackierbar. Acryl-Dichtstoffe sind hingegen streichbar, aber weniger dauerhaft und anfälliger für Schrumpfung und Witterung als Silikon.
Ja, Silikon kann zur Abdichtung von Fensterrahmen verwendet werden, insbesondere für Innenfugen oder ruhende Bereiche. Für Außenfugen empfiehlt man jedoch eher MS-Polymer- oder PU-Dichtstoffe, da bei Silikon die Haftung, Witterungsbeständigkeit und Verarbeitung eingeschränkt sein können.
Bereiten Sie die Oberfläche vor (reinigen, alte Dichtung entfernen) und tragen Sie eine elastische Dichtmasse im Spalt auf. Glätten Sie die Fuge und stellen Sie sicher, dass die Dichtmasse ausreichend elastisch ist, um Bewegungen des Fensters mitzumachen.
Der Spalt entsteht meist durch das Arbeiten von Fensterrahmen aus Material (Holz, Kunststoff, Aluminium) und durch Unebenheiten der Wand sowie Bauwerksveränderungen. Zusätzlich können Dämmstoffe oder Fehlstellungen beim Einbau zu Abständen führen, die sich im Laufe der Zeit geringfügig verändern.
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